Dienstag, 11. Oktober 2005

Zu Fuß im neuen Wien

Christoph Chorherr geht mit dem Fotoapparat in Wiens neuen Stadtteilen spazieren und findet hässliche Beispiele dafür, wie Stadtplanung für FußgängerInnen nicht sein sollte:

Beim Gasometer
In der Wienerbergcity

Donnerstag, 22. September 2005

BZÖ, FPÖ, KPÖ Wien: Zu-Fuß-Gehen kein Thema

Für die Außenseiter bei der bevorstehenden Wiener Gemeinderatswahl ist Zu-Fuß-Gehen ein Außenseiterthema. Es kommt in ihren programmatischen Forderungen schlicht nicht vor:
BZÖ Bündnispositionen - FPÖ Wahlprogramm - KPÖ Wien Inhalte

SPÖ-Wien Programm zum Zu-Fuß-Gehen

Aus dem Wahlprogramm:

S.11-12 Ganz wichtig wird sein, dass man auch in Zukunft in Wien sicher, rasch und umweltschonend vorwärts kommt. Es ist intelligente Mobilität, die alle zum Ziel führt. Eine schwierige Aufgabe, wenn immer mehr Menschen unterwegs sind. Dazu müssen wir den „Masterplan Verkehr“ umsetzen und die öffentlichen Verkehrsmittel noch attraktiver machen. Ebenso das Radfahren und das Zu-Fuß-Gehen. Der Autoverkehr muss verringert werden, nicht gewaltsam, sondern durch attraktive Alternativen und den Einsatz moderner, innovativer Verkehrstechnologien.

S. 70 Mit dem Masterplan Verkehr hat Wien seit 2003 ein Gesamtverkehrskonzept für „intelligente Mobilität“. Das heißt einfach gesagt: gscheit unterwegs sein. Also wir sollten alle möglichst wenig mit dem Auto fahren. Nur dann, wenn es wirklich notwendig ist. Wir sollten möglichst oft öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad benützen oder zu Fuß gehen. Das schont die Stadtluft und die Nerven, vermeidet Staus und Lärm und schützt Gesundheit und Leben.

S. 72 Vorrang für die FußgängerInnen. Das Prinzip der „Stadt der kurzen Wege“ soll weiterhin verfolgt werden. Plätze sollen zunehmend Verweil- und Erholungsorte werden. Gehsteige sollen eine Mindestbreite von 2 Metern haben. An Kreuzungen sollen die Wartezeiten für FußgängerInnen verkürzt werden. Fußgeherunterführungen sollen weniger werden, weil sich Fußgeher sicher an die Oberfläche bewegen sollen. In Siedlungsgebieten soll es vermehrt Wohnstraßen und Tempo-30-Zonen geben.

S.73 Wir müssen die Bewusstseinsbildung fördern. Öfter, als viele glauben, haben die WienerInnen die Wahl zwischen Auto oder einem umweltfreundlichen Verkehrsmittel – und zwar ohne Verlust von Komfort. Wir müssen die Verhaltensänderung unterstützen und noch mehr auf die Vorteile von Öffis, Rad und Fußweg hinweisen.

S.75 Wichtig für FußgängerInnen sind die Verbesserung der öffentlichen Beleuchtung und eine kinder-, jugend- und seniorengerechte Gestaltung des Straßenraumes.

Grüne-Wien Programm zum Zu-Fuß-Gehen

Aus dem Wahlprogramm:

S.6 Für alle WienerInnen sind fußläufig erreichbare Grünflächen und Spielplätze zu schaffen.

S.10 Nahversorgung überall statt Einkaufszentren am
Stadtrand: Die städtische Lebensqualität hängt maßgeblich von der fußläufigen Erreichbarkeit der Güter des täglichen Bedarfs, von Dienstleistungen und Freizeitangeboten, also der Ereignisvielfalt im städtischen Raum ab.

S.11 Grüne Verkehrspolitik steht für die Unterstützung der nachhaltigen Verkehrsarten und der schwächeren VerkehrsteilnehmerInnen (z. B. Kinder, FußgängerInnen, RadfahrerInnen) und fordert Maßnahmen zur Reduzierung der Gesundheitsgefährdung durch den und im Straßenverkehr sowie zur Erreichung des Kyoto-Ziels.

S.12 Verbesserung der Bedingungen für FußgängerInnen
Zentrales Anliegen Grüner Verkehrspolitik ist die Verbesserung der Bedingungen für FußgängerInnen im Verkehr, um damit das Zu-Fuß-Gehen für mehr Menschen attraktiver zu machen. Wiener Mut für verbesserte Bedingungen für FußgängerInnen bedeutet:
  • Erhöhung der Verkehrssicherheit für FußgängerInnen: z. B. bei Kreuzungen.
  • Ausreichend breite Gehwege (2 bzw. 2,5m) ohne Behinderungen, Barrieren und Umwege.
  • Schaffung zusammenhängender FußgängerInnenbereiche
    (z. B. bei Einkaufsstraßen, Schulen, PensionistInnenwohnheimen, Krankenhäusern, usw.) und großer autofreier Viertel
  • Beseitigung von Behinderungen durch stufenlose Querung an Kreuzungen, längere Grünphasen bei Ampeln, keine Radwege auf Gehsteigen.
S.17 Gendersensible Verkehrsplanung (Ausbau und kostengünstige Bereitstellung des öffentlichen Verkehrs, Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und Reduktion des Autoverkehrs, Verlängerung von Ampelphasen für FußgängerInnen, Ausbau des Radwegenetzes, Verbreiterung der Gehsteige, geschlechtergerechte Verkehrsschilder, usw.).

ÖVP-Wien Website über Zu-Fuß-Gehen

Unter Standpunkte->Verkehr finden wir den folgenden Absatz:

Verbesserung des Fußgängerverkehrs

Wien muß begehbarer werden. Durchgängige, attraktiv gestaltete Fußgängerrouten sollen dazu einladen. Wien soll eine Stadt der Bezirkspfade werden, die ästethisch sind und am Grünraum orientiert sind. Fußgängerhindernisse sollen unter diesem Aspekt beseitigt werden.

Dienstag, 13. September 2005

Leserhinweis: Probleme in der Stadt

'Walkitalki' - toller Nickname, vielleicht können wir noch über das Copyright verhandeln ;-) - schreibt uns:
Lust am Gehen
Finde diese Initiative super und schon längst überfällig. [Danke für die Ermutigung, Walkitalki!] Beim Gehen habe ich Zeit zu schauen. Ich entdecke die Stadt immer wieder aufs Neue. Die Sinneseindrücke sind sehr unmittelbar.

Was mich beim Gehen in der Stadt sehr ärgert sind
1. durch Verkehrsschilderstangen verengte Gehsteige. Es ist lästig, dass man oft nicht einmal zu zweit nebeneinander gehen kann und ständig aufpassen muss, dass man nicht gegen eine Stange mitten am Gehsteig rennt. die gehsteige sind generell zu schmal.
2. parkende Autos auf Gehsteigen: gerade dort, wo Schrägparken zu Lasten von Gehsteigbreite eingeführt wurde, stehen Autos oft weit über die Markierung in den Gehsteig hinein. Damit wird den FußgängerInnen gleich doppelt Platz weggenommen. Sind häßliche und teure Poller die einzige Möglichkeit, Gehsteige frei zu halten?
3. die olfaktorische Belästigung durch Hundescheiße sowie die permanente Notwendigkeit, den Blick auf den Boden zu richten, um nicht in die Scheiße zu treten. Peinlich für die Stadtverwaltung, dass dieses Problem nicht gelöst wird. Andere Städte haben es schon längst geschafft. WIener SP tut nix.

Du hast natürlich in allen drei Punkten völlig recht, versuchen wir doch gemeinsam mehr Druck für Verbesserungen aufzubauen.

Dienstag, 6. September 2005

IV.3 Kostenfaktor

Klima-Bündnis, "In die Stadt - zu Fuß" - Warum Eigentlich? [.pdf]:Die teilweise stiefmüttlerliche Behandlung von Fußwegen ist auch dadurch erklärbar, dass in die Autostraßen beachtliche staatliche Mittel fließen, während Gehwegebau und -erhaltung allein von den finanziell immer mehr gebeutelten Kommunen und Gemeinden bezahlt werden müssen. Doch die kommunalen Kosten für den Autoverkehr sind oft höher als gedacht. Eine z.B. kürzlich vom deutschen Umweltbundesamt herausgegebene Studie über die Berechnung der oft versteckten kommunalen Subventionen für den Autoverkehr bringt Erstaunliches zu Tage: Das Grünflächenamt einer Großstadt hat 3 Millionen Euro Ausgaben, die dem Autoverkehr zuzurechnen sind; rund 70 bis 80 Prozent der Ausgaben der Tiefbauämter kommen dem Autoverkehr zu Gute; die Subventionen für den Autoverkehr lagen z.B. im Jahr 2000 in Stuttgart bei 145 Euro, in Dresden bei 123 Euro und in Bremen bei 111 Euro pro EinwohnerIn. Eine Umverteilung zu Gunsten nicht-motorisierter VerkehrsteilnehmerInnen wäre nur allzu gerecht, nachhaltig und sinnvoll und würde der Lebensqualität in den Städten enorm zu Gute kommen.

IV.2 Was hilft den StadtbewohnerInnen auf die Füße?

Klima-Bündnis, "In die Stadt - zu Fuß" - Warum Eigentlich? [.pdf]:
  1. FußgängerInnen brauchen ein durchgängiges, engmaschiges, attraktiv gestaltetes Fußwegenetz. Die Vernetzung von Grünflächen, Ausweitung von Fußgängerzonen, attraktive Platzgestaltung, Einrichtung von Ruhezonen führt dazu, dass Fußgänger-Innen sich sicher fühlen und ihre Wege als Erlebnisräume erleben.
  2. Konfliktpunkte mit anderen Verkehrsarten müssen durch Geschwindigkeitsbeschränkungen und Vorrangregelungen für FußgängerInnen entschärft werden. Mischflächen von Rad- und Fußverkehr sind zu vermeiden, weil die Fortbewegungsgeschwindigkeiten zu unterschiedlich sind.
  3. Für Querungen von Autostraßen haben sich die altmodischen. Zebrastreifen oft besser bewährt als Ampeln. Die Unfallhäufigkeit ist geringer und die Zahl der Nebengänger ist erheblich geringer. Durch Blickkontakt von FußgängerIn und AutofahrerIn vor der Querung kommt es zu weniger Konflikten als bei Ampelquerungen. Wenn AutofahrerInnen grün sehen, sehen sie es als ihr gutes Recht an, Gas zu geben, egal ob sich PassantInnen noch mitten in der Querung befinden. Probleme gibt es auch oft beim Abbiegeverkehr, wenn AutofahrerInnen und FußgängerInnen gleichzeitig grünes Licht haben.
  4. Fußwege müssen genug Platz bieten. Eine Gehwegbreite von 4 Metern wird als ideal angesehen. Das Zustellen von Gehwegen mit Abfalltonnen, Sperrmüll, Werbetafeln oder Trafokästen mindert die Attraktivität der Wege. Auch die Errichtung von Ampeln, Verkehrszeichen und Lichtmasten auf Gehwegen ist oft hinderlich. All diese Dinge könnten auch auf der Fahrbahnfläche untergebracht werden. Auch das Gehwegparken ist eine unzumutbare Besetzung fremden Verkehrsraumes. Man stelle sich nur den Aufstand der AutofahrerInnen vor, wenn die FußgängerInnen auf den Autostraßen herumsitzen würden!
  5. Auf die Belange von gehbehinderten Fußgängerinnen und solche mit Kinderwagen und rollenden Einkaufstaschen sollte mittels Absenkung der Bordsteinkanten Rücksicht genommen werden.
  6. Querungsstellen abseits von Hauptverkehrstraßen sollten einer Umkehrung des Vorrangprinzips folgen. Das bedeutet nicht die Fahrbahnflächen, sondern die Gehwege sollten durchgängig gestaltet werden. Eine konsequente Wegweisung, die bislang schwerpunktmäßig nur für den Autoverkehr vorhanden ist, sollte auch FußgängerInnen geboten werden.

IV.1 Worüber stolpern FußgängerInnen?

Klima-Bündnis, "In die Stadt - zu Fuß" - Warum Eigentlich? [.pdf]:Zu Fuß gehen ist die ursprünglichste und gesündeste Fortbewegungsart überhaupt. Kinder und ältere Menschen bewegen sich hauptsächlich zu Fuß, weil sie noch nicht oder nicht mehr Auto fahren können. FußgängerInnen sind die schwächsten VerkehrsteilnehmerInnen. Angst vor dem Autoverkehr und vor anderen Bedrohungen, hässliche und unkomfortable Wegeführungen, fehlende Ruhezonen und Wegweiser, Umwege und Wartezeiten durch schlecht geplante Querungs-möglichkeiten und sind große Hindernisse für FußgängerInnen. Fußwege sind Lebensräume.
Ohne FußgängerInnen gibt es keine lebendigen und attraktiven Innenstädte und Ortskerne. Der vielerorts beklagten Verödung der Innenstädte kann nur mit einer Förderung der Quantität und Qualität des zu Fußgehens entgegengewirkt werden. DemTrend zum Einkauf auf der grünen Wiese außerhalb der Stadt muss mit Konzepten für eine Innenstadt mit hoher Aufenthaltsqualität entgegengewirkt werden. Dazu gehört eine Verkehrsplanung die eine Neuverteilung des Straßenraumes zu Gunsten von Wegen und Aufenthaltsräumen für nicht-motorisierte VerkehrsteilnehmerInnen vornimmt. Einschränkungen für den Autoverkehr sind dabei oft unumgänglich und sogar wünschenswert. Vorrang für FußgängerInnen würde Z.B. sogar von 80 Prozent der Deutschen befürwortet, wie eine Studie des VCÖ aus dem Jahr 1993 nachweist.

III.6 Vorteile: Bewusstseinsschaffung und -erweiterung

Von der Initiative "zu Fuss":
Die Gedanken sind frei – besonders im Gehen, denn da läuft kein Fernseher und wir lesen keine Gratiszeitung, haben meistens niemanden, der uns beobachtet oder gar überwacht, haben Zeit und sind in einem angeregten Wachzustand.
Wenn wir vom bewussten Gehen schreiben, so meinen wir natürlich nicht den Bewusstseinszustand aller Leute zu Fuss. Der bewusste Fussgänger ist nicht einer, der nur die notwendige Strecke vom Parkplatz zum Haus zurücklegt, denn wer nur kurz mal die Beine betätigt, kommt gar nicht in einen speziellen Bewustseinszustand. Anders der Spaziergänger oder der Flanierer (oder richtig: Flaneur), er geht ohne Ziel, respektive der Weg ist das Ziel. Er hat sich, bevor er das Haus verlassen hat, vielleicht einige Gedanken über den Rundgang gemacht, dann aber die Zielstrebig-keit zurückgelassen und gibt sich den Sinneseindrücken hin. Diese verbinden sich mit dem Rhythmus der Schritte, der je nach Temperament unterschiedlich ausfällt. So kann durch den Takt des Schreitens, durch die Wärme, die im Körper mit der leichten Anstrengung entsteht, zusammen mit den wechselnden Ansichten, von Hauswänden, Bäumen, Zäunen, und Gärten ein Bewusstseinszustand entstehen, der für das Gehen spezifisch ist, der aber von Mensch zu Mensch verschieden ist. Kennen Sie das auch von sich selbst?

Natürlich kann auch ein Alltags-Fussgänger mit einem konkreten Ziel das zu Fuss Gehen zu einem bewussten Erlebnis machen, zum Beispiel auf dem Weg zum Einkaufen oder auf dem täglichen Weg zur Arbeit: Da der Weg immer derselbe ist, kann man „abschalten“ und das auf sich wirken lassen, was da kommt. Dabei ist wichtig, dass der Weg nicht zu kurz ist und dass es grössere Abschnitte hat, auf denen Sie keine Strasse überqueren müssen, denn dabei ist Ihre ganze rationale Aufmerksamkeit gefordert.
Das regelmässige Abschreiten der immer gleichen Strecke hat auch den Vorteil, dass man sich nicht bewusst mit dem Weg befassen muss, dass aber jeden Tag andere Kleinigkeiten auffallen, mal ein Pfütze, mal ein Muster von Schneeresten auf dem Trottoir, mal eine Ameisenstrasse, mal die flimmernde heisse Luft über dem Asphalt und so weiter. Gerade wenn man die grosse Kulisse gar nicht mehr beachtet, wird der Reichtum des Unwichtigen, der dem Fahrenden völlig entgeht, zur Hauptsache.

III.5 Vorteile: Kinder und Bewegung

Aus In Handschuhsheim zu Fuß unterwegs:Zu Fuß gehen und Fahrrad fahren ist nicht nur gesund, es trägt bei Kindern zu ihrer körperlichen und seelischen Entwicklung bei. Kinder gehen oder fahren oft nicht zielgerichtet zu einem bestimmten Ort, sondern streifen durch die Umgebung, um sie zu erkunden, spielen auf der Straße oder benutzen das Fahrrad als Spielzeug. Auf diese Weise schulen sie u.a. ihre motorischen Fähigkeiten, lernen soziales Verhalten und werden selbständig.

III.4 Vorteile: Umweltentlastung

FußgängerInnen produzieren keinerlei Umweltgifte, wie es die Autos bzw. die öffentlichen Verkehrsmittel tun, und sind daher neben den Fahrrädern konkurrenzlos „sauber“.

Zudem ist die (Grün-)Fläche, die für Fußwege verbaut werden muß wesentlich geringer, abgesehen von der wesentlich höheren Nutzungsdichte, die ein Fußweg bietet.

III.3 Vorteile: Verkehrsentlastung - das Platzproblem der Großstädte

Zu Fuß gehen ist das praktischste und kurzweiligste Verkehrsmittel. Als FußgängerIn muss man keine Vorbereitungen treffen, es ist keine Parkplatzsuche und es sind keine Umwege wie beim Auto fahren beispielsweise zum Parkplatz erforderlich.

Aus "In Handschuhsheim zu Fuß unterwegs":
Ein Hauptproblem des heutigen Verkehrs sind der fehlende Platz auf den Strassen und die daraus entstehenden Staus und die Parkplatznot. Dabei ist der Platzbedarf der einzelnen Verkehrsarten sehr unterschiedlich. Die Grafik zeigt, daß Fußgänger mit Abstand am wenigsten Platz brauchen. Eine Verkehrspolitik, die aus Fußgängern, aber auch aus Radfahrern und Nutzern des Öffentlichen Verkehrs Autofahrer macht, produziert Staus. Und umgekehrt: Wenn die Bedingungen für den Umweltverbund verbessert werden und mehr Menschen zu Fuß gehen oder das Fahrrad benutzen, gibt es weniger Staus und Parkplatzsorgen.flaechenvergleich

III.2 Vorteile: Gesundheitsförderung

Aus "In Handschuhsheim zu Fuß unterwegs":In der heutigen Zeit leidet die Mehrheit der Bevölkerung an Bewegungsmangel oder Übergewicht. Eine gute Alternative zu teuren Fitness-Studios ist die tägliche und damit regelmäßige Bewegung beim gehen oder Fahrrad fahren. Die erste Studie, die körperliche Untätigkeit mit einem erhöhten Risiko von koronaren Herzkrankheiten in Zusammenhang brachte, stammt aus dem Jahr 1953 . Seit damals haben unzählige andere Studien ähnliche Ergebnisse erbracht, die in folgender Tabelle zusammengefaßt sind:
  • Verringert das Risiko vorzeitiger Todesfälle an Herzinfarkt
  • Verringert das Risiko von Durchblutungsstörungen im Gehirn
  • Verringert die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von Diabetes
  • Verringert die Gefahr der Entstehung von Bluthochdruck
  • Hilft Patienten, die bereits hohen Blutdruck haben
  • Verringert das Risiko von Dickdarmkrebs
  • Verringert Depressionen und Angstgefühle
  • Hilft bei der Kontrolle des Körpergewichts
  • Hilft beim Aufbau und der Erhaltung gesunder Knochen, Muskeln und Gelenke und beugt Osteoporose vor
  • Hilft älteren Menschen, fit zu bleiben und verringert die Anfälligkeit gegen Stürze
  • Fördert das körperliche und seelische Wohlbefinden
Geht man im Schnitt nur 3 km pro Tag zu Fuß, verbraucht man 55 000 kcal pro Jahr mehr, das entspricht dem Energieinhalt bei der Verbrennung von 6 kg reinem Fett. Eine Langzeituntersuchung mit 13 300 Menschen zeigte, daß bereits eine halbe Stunde Gehen am Tag die vorzeitige Sterblichkeit, vor allem an Herz-Kreislauf-Krankheiten, in einem Zeitraum von 8 Jahren bei Männern um 60 % und bei Frauen um 52 % reduzierte.

Für den Einzelnen hat zu wenig körperliche Aktivität einen ähnlich hohen Einfluß auf die Gesundheit wie Rauchen oder hohe Cholesterinwerte. In Deutschland hat mehr als die Hälfte der Bevölkerung (58%) zu wenig Bewegung (weniger als 30 Minuten pro Tag). Die dadurch verursachten Kosten für das öffentliche Gesundheitswesen liegen in der gleichen Größenordnung wie die Krankheitskosten durch Rauchen und ungefähr dreimal so hoch wie die durch Übergewicht und zu fettreiche Ernährung verursachten Krankheitskosten.

III.1 Vorteile: Kommunikation und soziale Kontakte

Aus "In Handschuhsheim zu Fuß unterwegs":Obwohl jeder von uns Fußgänger ist und die verschiedensten Wege zu Fuß erledigt, spielt diese Verkehrsart in der Verkehrs- und Stadtplanung nur eine ganz untergeordnete Rolle. Im städtischen Haushalt tauchen die Fußgänger in der Regel gar nicht auf, diskutiert wird meist nur über Autos, Fahrräder und Öffentlichen Verkehr.

Dabei ist das Zufußgehen die natürlichste Fortbewegungsart seit es Menschen gibt. Zu Fuß erlebt man seine Umwelt unmittelbar, zu Fuß trifft man Nachbarn und Bekannte, es entstehen leicht neue Kontakte. Keine andere Verkehrsart ist so kommunikativ wie das zu Fuß gehen.

II. Das Grundrecht auf Gehen

Grundrecht:Weil das tägliche Gehen für eine intakte Gesundheit notwendig ist, gehört es zu den minimalen Menschenrechten, die man nicht einmal den Gefangenen verweigern kann. Wir Menschen vergessen manchmal die Lebensqualität des freien Gehens, weil sie so selbstverständlich ist.

Ein Grundrecht des Gehens gibt es auch, weil alle Orte, die erreichbar sein sollen, zu Fuss erreichbar sein sollen, denn das zu Fuss Gehen ist die einzige Fortbewegungsart, die voraussetzungslos und gratis ist.
Erlebnis:Das zu Fuss Gehen ist neben dem Atmen eigentlich die selbstverständlichste und natürlichste Tätigkeit des Menschen. Sie ist so selbstverständlich, dass wir sie oft gar nicht wahrnehmen und fast automatisch ausüben. Das ist schade,denn nur das Gehen ermöglicht es uns, die Ansichten, die Gerüche, die Geräusche und die Beschaffenheit von Oberflächen in unserer Umgebung noch zu erkunden. Sobald wir uns in ein Transportmittel setzen,flitzt die Landschaft so schnell vorbei, dass wir nichts mehr berühren können und die Gerüche nehmen wir nur noch wahr, wenn eine ganze Gegend davon erfüllt wird.

Wir können während des Gehens unseren eigenen Gedanken folgen, wir können aber auch in der Umgebung so viele Kleinigkeiten auf dem Weg genau wahrnehmen, dass das Gehen, wann immer wir wollen, zu einem Erlebnis wird. Wir Erwachsene nehmen uns selten mehr die Musse, um die Vielfalt der Erlebnismöglichkeiten im Gehen auszuschöpfen. Ganz anders als das Kind, das durch den Garten hüpft oder staunend im Walde schlendert.

Im Gehen ist das intensivste Erlebnis an Sinneseindrücken aus der Umwelt möglich. Wer nur sitzt, kann zwar eine enge Umgebung noch genauer studieren, nimmt aber Gerüche und Lichtverhältnisse bald nicht mehr wahr, weil diese relativ sind. Wer aber aufmerksam geht, nimmt alle feinen Veränderungen zwischen verschiedenen Orten auf und kann so den grössten Reichtum an Sinneseindrücken aufnehmen, zumal das Gehen einen offenen Wachzustand fördert.

Das Gehen könnte zusammen mit der Einwirkung von Sinneseindrücken eine ganzheitliche Tätigkeit sein. Versuchen Sie’s mal wieder und wählen Sie dafür eine Strecke in Ihrem Alltag aus – Sie werden überrascht sein, wie viele Eigentüm-lichkeiten sich in einer scheinbar gewöhnlichen Umgebung aneinander reihen und sie werden bei genauer Betrachtung wieder wahrnehmen, wie sehr sich diese je nach Wetter, je nach Jahreszeit und je nach Ihrer Gemütslage verändern!

I. Die traurige Entwicklung unserer natürlichen Fortbewegungsart

Von der Schweizer Initiative "zu Fuss" (man beachte das Schweizer Doppel-s):
Im 20. Jahrhundert hat sich die motorisierte Mobilität so stark entwickelt, dass das Gehen zu Fuss immer mehr eingeschränkt werden musste, gerade weil sich immer mehr Leute die motorisierte Mobilität leisten konnten. Die Verkehrsplanungen waren in erster Linie Planungen zur Be-
schleunigung des Autoverkehrs und zur Zuweisung von Restflächen an die Fussgänger.

Die heutigen Fussgänger, deren Grosseltern noch Strassen und städtische Plätze frei überquert haben, müssen sich jetzt mit schmalen Trottoirs und engen Mittelinseln begnügen. Kein Wunder, dass so das zu Fuss Gehen in Verruf kam und immer mehr Leute sich weigern die
schmalen Reststreifen um die Häuser (Trottoirs) zu benützen, wenn sie doch mit einem grossen Blechmantel die grossen breiten Flächen der Strassenräume benützen dürfen.

Jetzt erst, erkennt man immer mehr, dass das zu Fuss Gehen eine Freiheit ist – und zwar keine geringe und dass das zu Fuss Gehen auch in den Städten ein Genuss sein kann, wenn Hindernisse weggeräumt und ausreichende Flächen zur Verfügung gestellt werden.

Montag, 29. August 2005

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Kontakt: freigehen_AT_gmail.com

Grundlegende Richtung: Öffentliche Diskussion mit dem Ziel, dem Gehen eine Lobby zu geben

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